Digitale Sammlungen
Werfen Sie einen Blick in die Schatzkammer der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (UB): Handschriften, Zeichnungen des 14. bis 17. Jahrhunderts aus der Graphischen Sammlung, Inkunabeln (frühe Drucke bis 1500), die Bibliothek des Nürnberger Stadtarztes und Wissenschaftlers Christoph Jacob Trew (1695-1769), die Bibliothek der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die Sammlung Ricklefs.
Die Digitalisierung der mittelalterlichen Handschriften wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des LIS Förderprogramms “Digitalisierung und Erschließung” gefördert. Außerdem brachte sich die UB im VD17 (Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts) und VD18 (Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts) ein.
Die Bibliothek des Klosters St. Marien in Heilsbronn ist eine der wenigen noch nahezu vollständig erhaltenen Klosterbibliotheken, die jahrhundertelang das geistige Leben im fränkischen Raum prägte und nach der Säkularisierung noch als Fürstenschule für den Beamtennachwuchs der hohenzollernschen Markgraftümer Bayreuth und Ansbach diente.
Das 1132 gegründete Zisterzienserkloster in Heilsbronn entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der bedeutendsten Klöster in Franken, einem wichtigen Zentrum zisterziensischer Mystik. Nach der Auflösung des Klosters im Jahre 1578 wurden die Bestände der Klosterbibliothek von dem 1581 gegründeten Heilsbronner Gymnasium, der sogenannten Fürstenschule, noch bis 1736 genutzt und anschließend zwischen den Markgraftümern Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth aufgeteilt. Wenige Jahre später gründete Markgraf Friedrich von Bayreuth 1743 die Landesuniversität Erlangen und ließ ihr 1748 seinen Teil der Heilsbronner Bibliothek zukommen. Nachdem 1769 das Markgraftum Bayreuth an das Markgraftum Ansbach fiel, ließ Markgraf Alexander von Ansbach 1770 schließlich auch die Ansbacher Hälfte des Heilsbronner Bücherschatzes nach Erlangen transportieren.
Im Rahmen der Ausschreibung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften“ werden alle Handschriften der ehemaligen Zisterzienserabtei St. Marien im Laufe der kommenden Jahre in mehreren Teilprojekten digitalisiert.
Die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg stellt ihre digitalen Angebote unter einer CC-Lizenz zur Verfügung, die eine Veröffentlichung erlaubt, soweit es sich nicht um eine Veröffentlichung zu kommerziellen Zwecken handelt.
Bitte holen Sie die Genehmigung zur Verwertung, insbesondere zur Weitergabe an Dritte, bei ub-handschriften@fau.de ein.
Die Bibliothek des Nürnberger Arztes und Wissenschaftlers Dr. Christoph Jacob Trew gehört im deutschen Sprachraum zu den größten naturwissenschaftlichen Privatsammlungen des 18. Jahrhunderts. Trew hatte im Laufe mehrerer Jahrzehnte 34.000, vor allem medizinische und naturwissenschaftliche Werke und 19.000 Gelehrtenbriefe des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie eine umfangreiche naturkundliche Sammlung zusammengetragen, die er testamentarisch der Universität Altdorf vermachte. 3000 weitere Bände, die als Dubletten in Altdorf bereits vorhanden waren, schenkte er bereits vor seinem Tod der Universität Erlangen. Nach Auflösung der Universität Altdorf im Jahre 1809 kam nahezu die gesamte Trew′sche Bibliothek zusammen mit den Gelehrtenbriefen 1818 nach Erlangen, wo sie in der Universitätsbibliothek verwahrt wird.
Besonders erwähnenswert sind die zum großen Teil von Christoph Jacob Trew in Auftrag gegebenen 13 Bände mit Pflanzenzeichnungen (H62/MS 2380).
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Zusammen mit der Bibliothek des Nürnberger Stadtarztes und Naturforschers Christoph Jacob Trew (1695-1769) kam im Jahr 1818 auch seine Briefsammlung nach Erlangen. Sie enthält an die 19.000 Briefe und Briefentwürfe von 2.200 Gelehrten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Dazu gehören Schreiben der bekannten Botaniker Leonhard Fuchs, Conrad Gesner, Carolus Clusius, Carl von Linné, der Zoologen Ulysses Aldrovandi und Maria Sybilla Merian, der Mediziner Albrecht von Haller und Hermann Boerhaave sowie der Theologen und Philologen Philipp Melanchthon und Johannes Calvin. Der älteste Brief stammt aus der Feder des Reformators Huldrych Zwingli aus dem Jahre 1524. Der jüngste Brief, ein Schreiben des englischen Arztes John Hill, wurde erst 1770, ein Jahr nach Trews Tod, abgeschickt.
Trew ließ Einzelbriefe bzw. ganze Konvolute längst verstorbener Wissenschaftler und Gelehrter für seine Sammlung ankaufen oder kam durch Tausch oder Schenkung in Besitz wichtiger Stücke. Briefe an und von Trew bilden den kleineren Teil seiner Sammlung. Wie viele Wissenschaftler seiner Zeit unterhielt er einen ausgedehnten Briefwechsel mit Kollegen in ganz Europa. Weitere Briefe gingen an Buchhändler und Sammler sowie an amtliche Stellen in Franken. Auch die Schreiben ratsuchender Kranker archivierte der bekannte Arzt.
Die Trew′sche Briefsammlung gilt als eine der bedeutendsten medizinisch-naturwissenschaftlichen Briefsammlungen des 18. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. 1940 wurde sie erstmals durch einen gedruckten Katalog erschlossen. Mittlerweile sind alle Briefe digitalisiert und online veröffentlicht
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Wilhelmine von Preußen (1709-1758), Markgräfin von Bayreuth, war die älteste Schwester König Friedrichs II. von Preußen. Die hochgebildete und wissenschaftlich sehr interessierte Prinzessin legte sich bereits in Berlin eine kleine Büchersammlung zu; in Bayreuth sammelte sie spätestens seit dem Jahre 1737. Anlässlich der Gründung der Bayreuther Landesuniversität Erlangen vermachte sie ihre private Bibliothek testamentarisch der neuen Hochschule; 1759, ein Jahr nach ihrem Tod, kam die Sammlung nach Erlangen.
Sie umfasst nach dem Erlanger Katalog 4.226 Bände und enthält fast ausschließlich Literatur in französischer Sprache. Den größten Teil stellen historische Werke dar, der Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der Antike und der Frühen Neuzeit, wohingegen das Mittelalter kaum vertreten ist. Inhaltlich handelt es sich hauptsächlich um Quellen, Biographien und Memoiren. Fast vollständig vorhanden sind die griechischen und römischen Klassiker in französischer Übersetzung sowie die schöne Literatur Frankreichs von der Renaissance bis zu Wilhelmines Zeit. Hinzu kommen theologische und philosophische Werke, vor allem Religionsphilosophie und Kirchengeschichte. Der Anteil an naturwissenschaftlicher und medizinischer Literatur ist minimal; die Geographie umfasst fast ausschließlich Reisebeschreibungen, wobei die gesamte Bibliothek bemerkenswerterweise kein einziges Buch über Franken enthält. In deutscher Sprache finden sich nur einige Bibeln sowie ein Werk über fürstliche Architektur.
Die meisten Bücher sind in braunes Kalbsleder gebunden und tragen das Supralibros der Fürstin: die Initialen FSW (Friederike Sophie Wilhelmine) unter der preußischen Königskrone.
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Die “Bibliothek Wagenseil” im Bestand der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg umfasst etwa 300 gedruckte Bände aus der Sammlung des Orientalisten, Universal- und Rechtsgelehrten Johann Christoph Wagenseil (1633-1705). Diese Bände wurden 1708 von den Erben Wagenseils an die Universität Altdorf verkauft. Beim Ankauf der Wagenseilschen Büchersammlung ließ die Universität Altdorf ein Verzeichnis über diesen Buchbestand anlegen, den “Catalogus Libb. Rabb. Hebr. et Philolog. B. Wagenseilii – UER MS 2851“.
Darunter befinden sich 150 Bände Hebraica, das heißt Schriften von Juden für Juden in hebräischer Sprache, 55 Bände Hebraica christlicher Hebraisten und 95 Bände philologischer Literatur von Äthiopisch und Arabisch über Griechisch und Japanisch bis Persisch und Syrisch. Inhaltlich liegen die Schwerpunkte bei Bibeln (einsprachige, zwei-, drei- und viersprachige Parallelausgaben), Talmudausgaben, Sittenbeschreibungen und Geschichtsliteratur, Grammatiken und Wörterbüchern sowie Rara der jüdisch-deutschen Literatur.
Zu den ältesten Drucken der Sammlung Wagenseil zählen Elia Levita, »Capitula Cantici …«, Basel 1527 (VK 248/1) und Moses Maimonides, »Logica Sapientis …«, Basel 1527 (VK 248/2). Erwähnenswert sind auch der älteste arabische Druck von Avicennas »Canon«, Rom 1592, verschiedene Werke des Leidener Orientalisten Thomas Erpenius (1584-1624) sowie einige syrische Drucke aus Paris (Anfang 17. Jahrhunderts).
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Die Sammlung Ricklefs, eine einzigartige bibliophile Sammlung europäischer Literatur, kam im April 2009 als Stiftung des Akademischen Direktors Dr. Ulfert Ricklefs in die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (UB). Die Sammlung, etwa 1.400 Bücher mit mehr als 2.200 Einzeltiteln, reicht vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt auf der Frühen Neuzeit liegt.
Bei einem Großteil der Werke handelt es sich um überaus seltene, illustrierte Bücher, deren Kupfer- oder Holzschnitte von den bedeutendsten Künstlern ihrer Zeit stammen. So finden sich in der Sammlung Ricklefs die berühmtesten Bilderbibeln des 16. bis 18. Jahrhunderts, Illustrationszyklen zu Ovids Metamorphosen und die wichtigsten Werke der europäischen Fabeldichtung von Aesop und Phädrus über Jean de La Fontaine bis zu John Gay. Weitere Schwerpunkte seiner Sammlung bilden Werke zum europäischen Totentanz, zur Emblematik und, bedingt durch Dr. Ricklefs’ mehrjährigen Aufenthalt in Edinburgh, zur englischen Karikatur des 19. Jahrhunderts. Einige herausragende Titel aus Botanik, Zoologie und Geographie runden die Sammlung ab.
2011 wurden die schönsten Stücke zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert. Zu der Ausstellung erschien der reich bebilderte Katalog ″Text und Bild″.
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Im Rahmen des DFG-Förderprogramms “Kulturelle Überlieferung – Aktionslinie Digitalisierung der in nationalen Verzeichnissen nachgewiesenen Drucke – VD 16 / VD 17” digitalisiert die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg 5.700 in ihrem Bestand befindliche Drucke aus dem 17. Jahrhundert. Etwa 70 Prozent der Titel werden im Zuge des Projektes erstmalig im VD 17 nachgewiesen.
Die Sammlung “Drucke des 17. Jahrhunderts” beinhaltet vor allem Gelegenheitsschriften, Dissertationen und naturhistorische Werke aus der Bibliothek des Nürnberger Gelehrten Christoph Jakob Trew sowie Hebraica und philologische Literatur aus der Bibliothek Johann Christoph Wagenseils.
Die wissenschaftliche Bedeutung der digitalisierten Titel für historisch orientierte Wissenschaftsdisziplinen wird als sehr hoch eingeschätzt. Bei den Gelegenheitsschriften handelt es sich um Kleinschrifttum, das anlässlich von Festen (zum Beispiel Geburtstag, Hochzeit) oder beim Ableben (Leichenpredigten, Nachrufe) von Personen vor allem aus dem fränkischen Raum durch deren Familienmitglieder oder Freunde verfasst und veröffentlicht wurde. Dissertationen aus dem Bestand einiger Gelehrtenbibliotheken liefern einen wichtigen Beitrag für Forschungen im Bereich der Sozial-, Wissenschafts- und Universitätsgeschichte.
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Die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg erschließt und digitalisiert im Rahmen des DFG-Förderprogramms “Erschließung und Digitalisierung” 3.250 Drucke des 18. Jahrhunderts aus ihrem Bestand. Im Mittelpunkt stehen ausgewählte Werke aus der Bibliothek des Nürnberger Stadtarztes Christoph Jakob Trew, einer der bedeutendsten naturkundlichen Privatsammlungen des 18. Jahrhunderts.
Die Werke spiegeln die Entwicklung der einzelnen Disziplinen in den Naturwissenschaften wieder und zeigen das ausgeprägte Interesse Trews auch an weiteren Themen wie zum Beispiel Gartenbau und Hauswirtschaft. Die Bedeutung der digitalisierten Titel für historisch orientierte Wissenschaftsdisziplinen wird als sehr hoch eingeschätzt.
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Die Graphische Sammlung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gilt als einziges unversehrt erhaltenes Zeugnis der großen Nürnberger Kunstsammlertradition: Was zunächst in Nürnberger Künstlerwerkstätten im 14. und 15. Jahrhundert aus arbeitstechnischer Notwendigkeit aufbewahrt wurde − Musterblätter, Skizzen, Kompositionsentwürfe, Sicherheitskopien oder auch selbständige Arbeiten in Farbe − fand recht bald das Interesse kunstsinniger Kaufleute.
Die Sammlung umfasst 1.987 Handzeichnungen, 4.000 Kupferstiche und Radierungen sowie 1.000 Holzschnitte des 14. bis frühen 18. Jahrhunderts. Neben Albrecht Dürer, der mit mehreren Zeichnungen und zahlreichen Graphiken vertreten ist, finden sich auch Blätter aller bedeutenden Künstler dieser Epoche.
Sicher nicht im Umfang, aber ohne Zweifel in ihrem künstlerischen Wert kann sich die Erlanger Sammlung mit den großen graphischen Sammlungen messen. Was die nordeuropäische Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts betrifft, gehört sie neben Paris, Wien, Berlin und New York zu den weltweit wichtigsten ihrer Art.
Alle Inhalte, insbesondere Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt (Copyright). Das Urheberrecht liegt, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, bei der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg. Bitte holen Sie die Genehmigung zur Verwertung ein, insbesondere zur Weitergabe an Dritte, und übersenden Sie unaufgefordert ein kostenloses Belegexemplar.
Um 1100 entstand in Ober- beziehungsweise Mittelitalien eine neue Art von illuminierten Bibeln, die sogenannten romanischen Riesenbibeln im Großfolioformat mit überaus reichem Bilderschmuck. Unter den wenigen erhaltenen Exemplaren gehört die Gumbertusbibel, die sich heute in der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (UB) befindet, zu den größten und am reichsten illuminierten Handschriften. Sie wurde zwischen 1175 und 1195 geschrieben, ob in Regensburg oder Salzburg, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt, und enthält 39 Miniaturen, 16 Ganzbildseiten und 65 Schmuckinitialen.
Die Gumbertusbibel gehörte zu den kostbarsten Schätzen der Ansbacher Stiftsbibliothek. Mitte des 8. Jahrhunderts gründete der fränkische Edelfreie und später heiliggesprochene Gumprecht, latinisiert Gumbertus, ein Benediktinerkloster in Ansbach, das kurz nach der Jahrtausendwende in ein Chorherrenstift umgewandelt wurde. Im Jahre 1195 kaufte der damalige Stiftsdekan von Sankt Gumbertus, Gotebold, für die damals immense Summe von 12 Talenten die berühmte Gumbertusbibel. Das Werk war so teuer, dass auch die Ansbacher Bürger dazu ansehnliche Geldbeträge beisteuerten. Nach der Auflösung des Gumbertusstifts kam die Stiftsbibliothek in die neu gegründete Konsistorialbibliothek in Ansbach und von dort 1733 in die Schlossbibliothek der Ansbacher Markgrafen. Kurz bevor Preußen im Zuge der napoleonischen Politik das Markgraftum Ansbach an Bayern abtreten musste, ließ König Friedrich III. die Schlossbibliothek in das damals noch preußische Erlangen überführen. So kam die Gumbertusbibel zusammen mit vielen anderen Schätzen in die UB, wo sie noch heute aufbewahrt wird und zu den größten Kostbarkeiten der Bibliothek zählt.
Die Handschrift wurde 2012 bis 2014 von einer internationalen Wissenschaftlergruppe intensiv erforscht. Eine Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg im Frühjahr 2014 stellte die Gumbertusbibel der Öffentlichkeit vor.
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In einer Universitätsbibliothek, die erst Mitte des 18.Jahrhunderts gegründet wurde, würde man im Allgemeinen keine mittelalterlichen Handschriften vermuten. Dennoch gehört die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (UB) zu den bayerischen Bibliotheken mit einem umfangreichen Bestand an mittelalterlichen und neuzeitlichen Manuskripten. Sie besitzt insgesamt an die 2400 Handschriften, darunter knapp 700 mittelalterliche, die ursprünglich aus dem Zisterzienserkloster Heilsbronn, dem Franziskanerkloster Sankt Jobst bei Bayreuth, der Schlossbibliothek Ansbach und der Universitätsbibliothek Altdorf stammen, und im 18. und 19. Jahrhundert nach Erlangen überführt wurden.
Zwar überwiegt die theologische Gebrauchsliteratur, es befinden sich aber auch einige überaus kostbare Einzelstücke darunter. Dazu gehören die älteste Handschrift, die Erlangen besitzt, das sogenannte Fuldaer Evangeliar (H62/MS 9), das um 850/870 in Fulda hergestellt wurde und über die Schlossbibliothek Ansbach nach Erlangen kam, ebenso wie eine zweite karolingische Bibelhandschrift (H62/MS 10[1) beziehungsweise H62/MS 10[2), die nur wenig jünger ist, und die berühmte Gumbertusbibel (H62/MS 1), entstanden Ende des 12. Jahrhunderts, die zu den seltenen romanischen Riesenbibeln zählt.
Wenn auch mittelalterliche Handschriften überwiegend in Latein abgefasst wurden, so besitzt die UB auch Handschriften in deutscher und griechischer Sprache, darunter einen Band mit den in der byzantinischen Kirche gebräuchlichen liturgischen Texten, das “Hieratikon mikron” vom Anfang des 11.Jahrhunderts (H62/MS.A 2), sowie einige deutsche Manuskripte, darunter das berühmte Lehrgedicht “Der Renner” von Hugo von Trimberg (H62/MS.B 4) und “Die Jagd” von Hadamar von Laber (H62/MS.B 9). Besondere Erwähnung verdienen auch das in Nordfrankreich verfertigte Stundenbuch der Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth (H62/MS 144) und die prachtvolle, in Grisaillemalerei ausgeführte “Epître d′Othéa” von Christine de Pisan (H62/MS 2361), beide in der Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden.
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Zu den wichtigeren hebräischen Handschriften der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg gehört die Handschrift ″H62/MS 1252″ mit 225 Pergamentblättern (36,5 x 51 cm). Sie enthält zunächst den in Paraschot (Wochenlesungen) gegliederten Text der Tora, dem jeweils versweise die aramäische Paraphrase aus dem Targum Onkelos (Blatt 1r-166v) folgt. Daran schließen sich die fünf Festrollen (Hohelied, Rut, Kohelet, Klagelieder, Ester; Blatt 166v-183v) sowie die Haftarot genannten Leseabschnitte aus den Prophetenbüchern (Blatt 183v-224v) an.
Die Handschrift ist in schöner aschkenasischer Quadratschrift abgefasst und dürfte ins 13. Jahrhundert nach Christus zu datieren sein (anders Irmischer, S. 1, und Lutze, S. 273, die sie ins 15. Jahrhundert datieren). Der Text ist vokalisiert und akzentuiert sowie mit einer Masora magna und Masora parva versehen (abgesehen von einzelnen unvokalisierten Versen vor allem im Bereich der Haftarot). Hauptsächlich wird der Text in drei Spalten wiedergegeben; Ausnahmen bilden die Darstellungen einzelner poetischer Texte oder der letzten Seite eines Buches (zum Beispiel Blatt 55v, 115r, 192r und andere).
Leider ist die Handschrift nicht vollständig erhalten: So fehlen nicht nur der Anfang (der Text setzt erst bei Ex 27,29 ein), sondern auch innerhalb der Handschrift eine Lage (Lev 4,34-10,4) und einzelne Blätter (Num 10,17-11,21). Möglicherweise indizieren die Lagenzählung auf dem letzten Blatt (224v) und der nicht vollständige letzte Vers (1 Kön 9,1), dass die Handschrift auch noch die Haftarot weiterer besonderer Schabbatot enthalten haben dürfte (vergleiche Roth, S. 43).
Auch wenn die Handschrift in ihrer Textauswahl liturgisch orientiert ist, dürfte sie als Codex wohl kaum in jüdischen Gottesdiensten beziehungsweise Festliturgien verwendet worden sein. Gelegentlich auftretende Marginalien von unterschiedlicher Hand und Datierung könnten möglicherweise auf ihre Verwendung zur Vorbereitung von Gottesdiensten oder zu Studienzwecken hinweisen.
Eine Besonderheit der Handschrift sind die einfarbigen Illustrationen und Verzierungen, die insbesondere im Bereich der Tora sowie gelegentlich bei den Buchanfängen der Festrollen auftreten (zum Beispiel Blatt 56r, 115v, 166v, 168v, 175v). Allerdings finden sich vor allem im Buch Leviticus weitere Illustrationen und Skizzen, hauptsächlich von Pflanzenornamenten oder Tieren. Über die von E. Lutze (S. 273) und E. Roth (S. 43) bereits beschriebenen Illustrationen hinaus sind hier beispielsweise die Skizzen auf Blatt 38r, 44v, 45r und 165r zu nennen.
Die Handschrift wurde zu unterschiedlichen Zeiten mit zwei gegenläufigen Blattzählungen versehen. Eine folgt der hebräischen Leserichtung und nummeriert von rechts nach links, die andere folgt der lateinischen Leserichtung. Diese ″lateinische″ Nummerierung beginnt am Ende des Buches und wird lediglich in eckigen Klammern angegeben, da sich ein Teil der Literatur auf diese Zählung bezieht.
Die Handschrift stammt aus der ehemaligen Universitätsbibliothek Altdorf, wie eine Eintragung im hinteren (beziehungsweise in hebräischer Leserichtung vorderen) Einbanddeckel ausweist; weitere Provenienzvermerke fehlen. Die Eintragung ″Altd. Theol. p. 112. N. 144. // Am. I.″ nimmt Bezug auf das entsprechende Katalogisat im zweiten Band des vierbändigen handschriftlichen Realkatalogs der Altdorfer Bibliotheken, der die Titel des Faches Theologie verzeichnet und den der Bibliothekar Christoph Bonaventura Herzer in den Jahren 1748/49 angefertigt hatte (Catalogus librorum Theologicorum Bibliothecae Publicae Academiae Altdorfinae). Die seit 1623 bestehende Universität Altdorf wurde im Jahr 1809 aufgelöst. Die Bücher der Altdorfer Bibliotheken kamen in den Jahren 1818/19 in die Universitätsbibliothek Erlangen.
Literatur:
- Irmischer, Johann Konrad: Handschriften-Katalog der Königlichen Universitäts-Bibliothek zu Erlangen, Frankfurt am Main und Erlangen 1852.
- Lutze, Eberhard: Die Bilderhandschriften der Universitätsbibliothek Erlangen, Erlangen 1936.
- Roth, Ernst / Striedl, Hans: Hebräische Handschriften, Band 2 (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland 6,2), Wiesbaden 1965.
Delia Klingler
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Die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg besitzt circa 500 Hebraica des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die kostbarsten Stücke stammen aus der Privatbibliothek des Altdorfer Professors für Orientalische Sprachen und Kanonisches Recht, Johann Christoph Wagenseil (1633-1705), die 1708 von der Universität Altdorf erworben wurde. Nach der Eingliederung der Universitätsbibliothek Altdorf in die Universitätsbibliothek Erlangen behielt man das Fach Rabbinica, das bereits in Altdorf eine eigene Gruppe darstellte, bei und ergänzte es im Laufe der folgenden Jahrzehnte, wenn auch nur in geringem Umfang.
Erlanger Hebraica anderer Provenienz (Schlossbibliothek Ansbach, Klosterbibliothek Heilsbronn, Gymnasialbibliothek Neustadt an der Aisch), bei denen es sich vor allem um Werke zu Grammatik und Exegese handelt, sind hauptsächlich auf die Gruppen Philologica und Theologica verteilt.
Im Laufe der nächsten Jahre sollen die bedeutendsten Handschriften und Drucke, die ganz oder teilweise in hebräischer beziehungsweise jiddischer Sprache abgefasst sind, digitalisiert werden.
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Die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg verwahrt eine der großen Inkunabelsammlungen Bayerns, mehr als 2.000 Exemplare, darunter neben allen gängigen Werken auch zahlreiche ausgesucht schöne und seltene Stücke. Dazu gehören der erste Bibeldruck in deutscher Sprache, der 1466 bei Mentelin in Straßburg gedruckt wurde, mehrere teilweise kolorierte Exemplare der Schedelschen Weltchronik in deutscher und lateinischer Sprache aus der Offizin des bekannten Verlegers Anton Koberger in Nürnberg und vor allem der erste Band der 36zeiligen Bibel, von der weltweit nur noch an die 15 Exemplare bekannt sind, und die damit seltener ist als die berühmte 42zeilige Bibel Johannes Gutenbergs. Auch die neunte deutschsprachige Bibel, die als eine der schönsten Bilderbibeln der Inkunabelzeit gilt, ist in einer altkolorierten Ausgabe vorhanden. Hinzu kommen mehrere medizinische Wiegendrucke, darunter ein 1484 bei Peter Schöffer, dem Gesellen Gutenbergs, in Mainz erschienener Herbarius und das bedeutendste illustrierte naturwissenschaftliche Buch des ausgehenden Mittelalters, der ebenfalls bei Schöffer gedruckte Gart der Gesundheit (1485) sowie eine der seltenen in griechischer Sprache gedruckten Ausgaben der Werke Galens.
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Die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg besitzt einen umfangreichen Bestand an botanischen Werken des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, die zum Teil aus der Schlossbibliothek Ansbach, zum Teil aus der Bibliothek der Universität Altdorf bei Nürnberg oder aus Gelehrtenbibliotheken stammen, von denen die Privatbibliothek des Nürnberger Stadtarztes Christoph Jacob Trew (1695-1769) die bedeutendste ist.
Unter den botanischen Kostbarkeiten sind besonders die zwei Bände mit Pflanzenaquarellen (H62/MS 2386[1, H62/MS 2386[2) zu erwähnen, die der Züricher Arzt und Universalgelehrte Conrad Gesner (1516-1565) überwiegend selbst angefertigt hat sowie die 13 Bände mit Pflanzenzeichnungen (H62/MS 2380), die zum großen Teil von Christoph Jacob Trew in Auftrag gegeben wurden. Ebenfalls erwähnenswert sind die Bände der Plantae selectae.
Herausragende Stücke stellen auch die fünf verschiedenen Ausgaben des Hortus Eystettensis, darunter eine altkolorierte, dar sowie die dazugehörenden Vorzeichnungen für die Kupferplatten und die Handzeichnungen für eine geplante, aber nie erschienene Ergänzung.
Alle bedeutenden Botaniker sind mit ihren Werken vertreten: von Johannes Wonnecke über Leonhart Fuchs, Otto Brunfels, Hieronymus Bock, Pietro Andrea Mattiolus, Adam Lonitzer, Carolus Clusius, Tabernaemontanus bis zu Elizabeth Blackwell und Pierre Joseph Redouté.
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Die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg besitzt einen umfangreichen Bestand an zoologischen Werken des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, die zum Teil aus der Schlossbibliothek Ansbach, zum Teil aus der Bibliothek der Universität Altdorf bei Nürnberg oder aus Gelehrtenbibliotheken stammen, vor allem aber aus der Privatbibliothek des Nürnberger Stadtarztes Christoph Jacob Trew (1695-1769).
Zu den größten Kostbarkeiten zählen das Das Buch der Natur von Konrad Megenberg (1475 erschienen) mit altkolorierten Holzschnitten, das zweibändige Werk Der Raupen wunderbare Verwandelung und sonderbare Blumennahrung (H62/CIM.P 38, H62/CIM.P 39) von Maria Sibylla Merian mit altkolorierten Kupfern, die Aquarelle von Georg Oellinger (MS 2362) sowie die altkolorierten Foliotafeln von Johann Roesel von Rosenhof für ein Werk über Eidechsen und Salamander und die ichthyologischen Werke von Marcus Eliéser Bloch.
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Die digitale Sammlung ″Zur Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg″ (FAU) vereint ältere Publikationen, die bei Fragestellungen zur Personen- und Institutionengeschichte der 1743 gegründeten Universität hilfreich sein können.
Im Zuge der Ausstellung „Die Hohenzollern und die FAU – Vergangenheit und Gegenwart” anlässlich des Jubiläums “275 Jahre FAU” im November 2018 wurden die wichtigsten Urkunden zur Gründung der Universität und die Statuten digitalisiert und in die Sammlung aufgenommen, wie zum Beispiel
- die „Besondere[n] Vorrechte und Begnadigungen […]“ des Markgrafen Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth für seine Landesuniversität (H62/CIM.A 14)
- das „[Privileg Kaiser Karls VII. für die Errichtung der Friedrichs-Universität]“ (H62/CIM.A 16)
- der Stiftungsbrief des Markgrafen Friedrich Christian zu Brandenburg über 18.000 Gulden für die Universität Erlangen (H62/CIM.A 5)
- sowie die Statuten der vier Fakultäten (Juristische Fakultät, Philosophische Fakultät, Medizinische Fakultät, Theologische Fakultät; H62/CIM.A 1-4)
- und die erste Band der „Matrikel über die an der Hochfürstl. Friedrichs-Universität zu Bayreuth u. Erlangen aufgenommenen Studierenden adeliger und bürgerlicher Herkunft“ (H62/MS.D 30-1).
Da die FAU auch über wesentliche Bücher- und Archivalienbestände der 1809 aufgelösten nürnbergischen Universität in Altdorf verfügt, finden sich hier auch Titel zu diesem Themenbereich.
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Zu den historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg gehören auch 601 Einblattdrucke, wobei es sich um einen sehr heterogenen Bestand handelt: Den größten Teil machen Flugblätter im eigentlichen Sinn aus. Hinzu kommen Kalenderblätter, kirchliche Akzidenzen, Ablassbriefe, zahlreiche Stücke mit einem Bezug zu Wittenberg, vor allem Thesenblätter, Reformatorenportäts, Einladungen zu Disputationen sowie eine Anzahl von Drucken verschiedener anderer Universitäten. Zeitlich reicht die Sammlung vom 15. bis zum 19. Jahrhundert mit dem Schwerpunkt auf dem 16. und 17. Jahrhundert. Seit 2003 ist die Sammlung durch einen Katalog erschlossen.
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Das Stammbuch (auch Album Amicorum) ist ein Vorläufer des heute noch beliebten Poesiealbums. Es geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als es Mode wurde, Autographen berühmter Reformatoren zu sammeln. Diese Alba Amicorum waren bis ins 19. Jahrhundert vor allem unter Studenten verbreitet, die sich, wie schon der Name erahnen lässt, ihrer Freundschaft versicherten, indem sie gegenseitig ein Blatt in ihrem Album mit einem Gedicht, Zitaten oder eigenen Zeichnungen beziehungsweise Scherenschnitten ausfüllten und unterschrieben. Man bat aber nicht nur Freunde um einen Eintrag in das Stammbuch, sondern auch seine Professoren und hochgestellte Persönlichkeiten wie Pfarrer, Adlige und hohe Beamte, um sich deren Protektion zu versichern, wenn man an eine andere Universität wechselte. Noch im 18. Jahrhundert waren Stammbücher eher eine Mode unter Protestanten als unter Katholiken, was nicht verwundert, wenn man ihre Anfänge bedenkt.
Bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts wurden Stammbücher hauptsächlich als universitätshistorische Quelle betrachtet; erst in den letzten Jahrzehnten hat sich der Blickwinkel erweitert. Seit Ende des letzten Jahrhunderts wird auch vermehrt mit der Katalogisierung der reichen Stammbuchbestände, es sind insgesamt wohl an die 20.000 Alba Amicorum in öffentlichem Besitz, begonnen.
Die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg besitzt an die 80 Stammbücher, vor allem des 18. Jahrhunderts, die bislang zusammen mit weiteren neuzeitlichen Handschriften in einem handschriftlichen Katalog erfasst sind. Es ist geplant, in absehbarer Zeit einen gesonderten Katalog der Alba Amicorum zu erstellen.
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