FAU’s Graphic Collections

The University Library of Erlangen-Nuremberg (UB) oversees the graphic collections of Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg (FAU).

The Graphic Collection of the Margraves of Ansbach

Graphic Collection: Kämpfende Reiher (reference number B53)
The Kämpfende Reiher, by Hans Pleydenwurff (born around 1420 in Bamberg), was probably created around 1470. The sheet measures approximately 19.1 x 28.4 cm. Unusually, Pleydenwurff applied the colored drawing with a fine brush onto a black background.

The collection comprises 1,987 drawings from the Middle Ages to the Baroque period. It is considered the only intact testimony to Nuremberg’s great tradition of art collecting. Initially, these pieces were kept in Nuremberg artists’ workshops in the 14th and 15th centuries out of technical necessity. These pieces included sample sheets, sketches, composition drafts, backup copies, and even independent works in color. Soon, these pieces attracted the interest of art-loving merchants. Since 2009, the hand drawings have been recataloged and digitized.

The collection of more than 1,000 woodcuts and 4,000 copperplate engravings and etchings features almost all of the great masters of the early modern period. The University Library alone owns numerous sheets by Albrecht Dürer, including works from the “Apokalypse” and the “Kleine Passion” and “Große Passion,” as well as 75 copperplate and steel engravings and etchings. This does not include the engravings from Dürer’s circle or the copies of his works. Additionally, there are a significant number of Nuremberg minor masters influenced by Dürer, including Hans Sebald, Barthel Beham, Virgil Solis, Georg Pencz, and Erhard Schön. Noteworthy pieces include the famous “Totentanz” by Hans Holbein the Younger, as well as works by Albrecht Altdorfer, Jost Amman, and Matthäus Merian. There is also a large collection of works by Lucas Cranach the Elder, Lucas Cranach the Younger, and their workshop. A catalog of the margrave’s prints was published in 1975 and 1980. All works have now been entered into the online catalog and digitized with funding from the bavarikon portal.

The Graphic Collection of the Margraves of Bayreuth

Several hundred copperplate engravings and etchings most likely originated from the Margrave Library of the Margraves of Brandenburg-Bayreuth. Margrave Friedrich von Bayreuth donated these prints to his newly founded state university in 1743. Their provenance was recorded in the project,”Katalogisierung und Digitalisierung der Druckgraphiken in der Graphischen Sammlung der FAU”.

Graphische Sammlung Luthardt

Meyer-Basel, Carl Theodor: Die Amper bei Basel

Im Wintersemester 1883/84 studierte Ernst Luthardt (1863-1937) Jura in Erlangen und kam damals wohl auch mit der Graphischen Sammlung in Kontakt. Luthardt war anschließend bis 1917 im Verwaltungsdienst in mehreren kleineren Orten Frankens tätig und zog sich nach seiner frühzeitigen Pensionierung nach Prien am Chiemsee zurück. Seit 1904 widmete er sich dem Sammeln von Zeichnungen und Graphiken. Schon sehr früh beabsichtigte er offensichtlich, seine zukünftige Sammlung später einmal der Universität Erlangen zu überlassen. Im Wissen, dass die Ansbacher Blätter ausschließlich das 14. bis 18. Jahrhundert umfassten, konzentrierte er seine Sammlungstätigkeit vor allem auf das 19. und den Beginn des 20. Jahrhunderts. Seine Sammlung sollte, zusammen mit den Ansbacher Blättern den Kunstsinn der Studenten schulen und ihnen zu Studienzwecken dienen. 1931 machte er seine Sammlung der Universität Erlangen zum Geschenk.
Es handelt sich um insgesamt mehr als 7.000 Blätter, darunter 1.000 Zeichnungen und Aquarelle sowie etwa 5.000 Druckgraphiken aller Kunstgattungen, vom Kupferstich über die Radierung, den Stahlstich, Holz- und Linolschnitt bis hin zum Holzstich und der Lithographie. Obwohl Luthardt seine Sammeltätigkeit auf das 19. und frühe 20. Jahrhundert konzentrierte, entschloss er sich, circa 1.200 Blätter Druckgraphik alter Meister zu erwerben, die eine willkommene Ergänzung der Ansbacher Bestände darstellten.
Luthardts spezielles Interesse galt der deutschen, vor allem süddeutschen Kunst und hier wieder besonders der Münchner Kunstszene, während er nur in Ausnahmefällen Blätter von Künstlern aus dem nichtdeutschen Sprachraum erwarb.
Die Sammlung bietet einen hervorragenden Überblick über die graphische Kunst des 19. und des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts, die bekanntesten Künstler dieser Zeit sind in ihr vertreten und zusammen mit den Blättern aus markgräflichem Besitz deckt sie 600 Jahre Kunstgeschichte ab.

Sammlung Kamlah

Die Brücke Ponte Rotto in Rom
Salomon Corrodi: Ponte Rotto (erbaut 179-174 v. Chr.)

Ruprecht Kamlah, wie Ernst Luthardt alumnus der FAU, schenkte 2020 die über Jahrzehnte zusammengetragene Kunstsammlung von Werken in Rom lebender deutschsprachiger Künstler des ausgehenden 18. und des frühen 19. Jahrhunderts. Diese Künstler, die als Deutsch-Römer bezeichnet werden, erhielten in der Begegnung mit der Antike in Rom wichtige Impulse für ihr künstlerisches Schaffen. Die Sammlung Kamlah enthält aber auch Blätter von Künstlern, die nicht mehr direkt den Deutsch-Römern zuzurechnen sind, sondern nur in ihrer Nachfolge stehen.
Die Sammlung, deren Fokus auf Landschaftsdarstellungen, Abbildungen antiker Ruinen und Genreszenen liegt, enthält 160 Aquarelle und Zeichnungen von so berühmten Künstlern wie Jacob Philipp Hackert, Joseph Koch, Johann Christian Reinhart, Ludwig Richter, Hans Thoma, Karl und Leopold Rottmann, Joseph Rebell, Johann Adam Klein, Franz Ludwig Catel und vielen anderen.
Die Sammlung Kamlah ist aber nicht nur in künstlerischer, sondern auch in archäologischer und kunsthistorischer Hinsicht von großer Bedeutung. Viele der Bauwerke und Orte, die die Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts abbildeten, sind nicht mehr im ursprünglichen Zustand erhalten, sondern teilweise zerstört oder restauriert worden.
Die Zuwendung Dr. Kamlahs ergänzt und bereichert die Sammlung Luthardt auf hervorragende Art und Weise. Zwar finden sich auch in der Sammlung Luthardt zahlreiche Blätter dieser Künstler, es handelt sich jedoch fast ausschließlich um Stiche und Lithographien.