Forschungsdaten
Wo kann ich Forschungsdaten Open Access veröffentlichen?
Videos, Tabellen und ZIP-Dateien zu Open Access Publikationen bis maximal 60 MB können Sie auf OPEN FAU veröffentlichen. Die korrespondierende Publikation muss dabei ebenfalls auf OPEN FAU eingestellt werden. Für Forschungsdaten, die höhere Anforderungen in Bezug auf Speicherplatz, Dokumentation oder Compliance mit Vorgaben der Forschungsförderorganisationen erfüllen müssen, empfehlen wir ZENODO.
Welche professionellen Möglichkeiten gibt es, Forschungssoftware zu veröffentlichen?
- Veröffentlichung in einem Software-Repositorium, siehe http://software.ac.uk/resources/guides/choosing-repository-your-software-project
Am häufigsten wird aktuell Github als Repositorium genutzt. Bei Github und auch Zenodo ist außerdem die Verbindung von DOIs mit Software-Versionen möglich, was den Indentifizierungsprozess und die Zitation erleichtert. - Veröffentlichung in einem Software-Journal, siehe http://software.ac.uk/resources/guides/which-journals-should-i-publish-my-software
- Kurze Programme mit nur wenigen Zeilen können den Forschungsdaten als Textdokument beigelegt werden.
Wann sollte ich meine Forschungsdaten lieber nicht veröffentlichen?
Es gibt einige legitime Gründe, den Zugang der Öffentlichkeit zu Ihren Forschungsdaten zu beschränken:
- Sie beabsichtigen, ein Patent anzumelden.
- Ihre Forschungsdaten enthalten vertrauliche, persönlich sensible Daten (zum Beispiel Umfragen und Interviews), die nicht anonymisiert werden können und/oder Sie haben kein schriftliches Einverständnis der Betroffenen für eine Veröffentlichung.
- Ihre Forschung wird von einem kommerziellen Sponsor gefördert, der einer Veröffentlichung nicht zugestimmt hat.
Unter welchen Lizenzbedingungen kann ich meine Daten veröffentlichen?
Je nach Speicherort (Repositorium, Data Journal usw.) und individuellem Vorhaben stehen unterschiedliche Lizenzmodelle zur Auswahl. Die derzeit meistverwendeten Lizenzmodelle im Forschungsdatenbereich sind die Creative Commons und die Open Data Commons.
Für eine konkrete Empfehlung wenden Sie sich bitte an die Ansprechpartnerin für Rechtsfragen in der Universitätsbibliothek, Petra Heermann.
Bedeutet Forschungsdatenmanagement, dass jeder Zugriff auf meine Daten erhält? Was, wenn ich meine Daten vor der Veröffentlichung auswerten und analysieren möchte?
Durch Lizenzen können Sie selbst bestimmen, wer Zugriff auf Ihre Daten erhält. Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, Ihre Forschungsdaten mit einer zeitlichen Verzögerung (sogenannte Embargo-Frist) zu publizieren oder nur die Metadaten zu veröffentlichen. Bitte beachten Sie hierzu die spezifischen Anforderungen und Richtlinien Ihrer Forschungsförderer und Verleger.
Wie werden Forschungsdaten bzw. Forschungssoftware zitiert?
Zitationspraktiken variieren je nach Fachbereich und Verleger. Informieren Sie sich daher bei Kollegen innerhalb Ihres Fachbereichs, bei Ihrem Verleger oder in einem fachspezifischen Ratgeber zum wissenschaftlichen Arbeiten, welche Form der Zitation zu wählen ist.
Hier ein Orientierungsbeispiel für eine Datenzitation (innerhalb einer Literaturliste) gemäß der Empfehlung von FORCE11:
Autor(en) (Publikationsjahr): Titel der Forschungsdaten. Datenrepositorium oder Archiv. Version. Weltweit persistenter Identifikator (vorzugsweise als Link)
Die Zitation von Software kann analog dazu erfolgen:
Autor(en) (Publikationsjahr): Titel der Software (Versionsangabe) [Form, zum Beispiel Computer Software] Quelle als URL und/oder DOI (Datum des Abrufs)
Weiterführende Informationen und Beispiele:
- Im Literaturverwaltungsprogram Endnote (ab Version X5) sind Zitatvorlagen für Forschungsdaten (Dataset) und Software (Computer Programm) zu finden.
- Falls die DOI der zu zitierenden Daten bekannt ist, kann sie auf Crosscite mit unterschiedlichen Zitierstilen direkt in eine vollständige Quellenangabe konvertiert werden (http://software.ac.uk/so-exactly-what-software-did-you-use).
- https://ltl.lincoln.ac.nz/research/citing-data/
Weshalb sollten Forschungsdaten archiviert werden?
Forschungsdaten sollten auf geeignete Weise archiviert werden, damit gewährleistet ist, dass sie langfristig und nachvollziehbar der Forschung zur Verfügung stehen.
Die Generierung von Forschungsdaten ist arbeits-, zeit- und kostenintensiv. Eine Archivierung ist deswegen oft günstiger als die erneute Datenerhebung, vor allem weil manche Daten nicht mehr reproduzierbar sind (zum Beispiel Wetterdaten). Die Archivierung von Forschungsdaten wird von Drittmittelgebern und zum Teil auch von wissenschaftlichen Verlagen selbst zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis empfohlen oder sogar vorgeschrieben. Sie selbst haben ebenfalls Vorteile hieraus.
Welche Dateiformate sind für Archivierung geeignet?
Am besten eignen sich offene, nicht proprietäre Formate für die Archivierung. Das Projekt RADAR bietet eine gute, konkrete Übersicht darüber.
Was bedeutet Nachnutzung von Forschungsdaten?
Nachnutzung bedeutet, dass die publizierten Forschungsdaten (je nach Lizenzbedingungen in unterschiedlichem Umfang) zitiert und/oder für andere spätere wissenschaftliche Fragestellungen verwendet werden können.
Was sind Metadaten und Metadatenstandards? Wozu dienen sie?
Metadaten sind strukturierte Zusatzdaten, die übergreifende Informationen zu einer Ressource (beispielsweise einem Forschungsdatensatz) enthalten. Diese können eine inhaltliche oder technische Beschreibung, den Entstehungskontext, Angaben zur Erhaltung oder die Beziehungen der Objekte im Datensatz enthalten.
Aufgrund der unterschiedlichen Fachanforderungen an Metadaten haben sich zahlreiche Metadatenstandards entwickelt, zum Beispiel „Ecological Metadata Language” und „Gene Ontology” für die Biologie. Erst diese standardisierte und maschinenlesbare Beschreibung der Daten ermöglicht das Auffinden, Referenzieren und Nachnutzen der Forschungsdaten.
Was sind persistente Identifikatoren?
Persistente Identifikatoren sind eindeutige Namen für Publikationen jeglicher Art (Ergebnisse, Daten, Software). Diese Namen sind in Tabellen mit der Adresse Ihrer Publikation verknüpft. Ändert sich der Link zu Ihrer Publikation, muss nur die Adresse geändert werden, auf die der persistente Identifikator verweist. Der persistente Identifikator selbst bleibt unverändert. Dies geschieht in der Regel automatisch durch den Repository-Betreiber und ist für Autoren und Nutzer somit nicht sichtbar. Dadurch ist es auch langfristig möglich, Publikationen und die zugehörigen Daten und Software zu suchen, zu zitieren oder zu verlinken.
Beispiele für persistente Identifikatoren sind Digital Object Identifier (DOI), Uniform Resource Name (URN), ePIC und Handle.
Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel 13.2 des Nestor-Handbuchs „Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung”.