In der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (UB) werden die Bibliothek des ehemaligen Zisterzienserklosters Heilsbronn sowie die erheblich kleinere Bibliothek des Franziskanerklosters St. Jobst bei Bayreuth gehütet. Es handelt dabei um den seltenen Fall zweier noch beinahe vollständig erhaltener Büchersammlungen.
Klosterbibliothek Heilsbronn
Die Heilsbronner Bibliothek gehörte mit 594 mittelalterlichen Handschriften, 674 Inkunabeln und circa 1.300 Druckwerken des 16. und 17. Jahrhundert nicht zu den kleinen und unbedeutenden Klosterbibliotheken. Was den Bestand an Handschriften betraf, konnte sie sich mit so großen Klöstern wie St. Ulrich und Afra in Augsburg und St. Emmeram in Regensburg messen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Heilsbronn zu einem der bedeutendsten Klöster in Franken und war in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts eines der wichtigsten Zentren zisterziensischer Mystik.
Die Provenienz wird bei der Katalogisierung kontinuierlich erfasst und damit ein virtueller Katalog der Bibliothek erstellt.
Klosterbibliothek St. Jobst
Die spirituelle Bedeutung des kleinen und nur kurze Zeit existierenden Klosters St. Jobst lässt sich mit Heilsbronn nicht vergleichen, aber die Bibliothek ermöglicht einen authentischen Einblick in die geistige Welt des Franziskanerordens im beginnenden 16. Jahrhundert. Der Bestand der Bibliothek mit 57 mittelalterlichen Handschriften und 195 Inkunabeln oder Postinkunabeln genügte vollständig den Ansprüchen eines Mendikantenordens. Die Handschriften lassen deutlich den Bezug zur sächsischen Franziskanerprovinz erkennen, viele Bände stammen aber auch aus dem thüringischen, böhmischen, schlesischen und fränkischen Raum und legen Zeugnis ab für die weiträumigen kulturellen Beziehungen des Klosters.
Bei der Katalogisierung der Handschriften und Inkunabeln wird die Provenienz erfasst und im Katalog der UB nachgewiesen.