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Gloria, Viktoria!

 

Militärbegeisterung im Spiegel fränkischer Kinderbücher 1870-1918

Ausstellung in der Universitätsbibliothek Erlangen – Nürnberg

10. bis 28. November 2014

Austellungsplakat

Die Ausstellung “Gloria, Viktoria! Militärbegeisterung im Spiegel fränkischer Kinderbücher 1870-1918” gibt einen kleinen Überblick über soldatisch-patriotische und kriegsverherrlichende Jugend-, Kinder- und Bilderbücher aus den Jahren nach 1870/71 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

Die Begeisterung für das Militär prägte im Deutschen Kaiserreich nahezu alle Lebensbereiche. Historisch gesehen ist das durchaus verständlich. Ohne die siegreich verlaufenen Kriege gegen Dänemark (1864) sowie Bayern und Österreich (1866) hätte Preußen niemals seine Vormachtstellung im Deutschen beziehungsweise Norddeutschen Bund sichern können und der Sieg über Napoleon III. im Deutsch-französischen Krieg 1870/71 machte die Gründung des Deutschen Kaiserreichs überhaupt erst möglich. Diese militärischen und politischen Erfolge führten zu der Überzeugung, Kriege seien ein gerechtfertigtes Mittel der Politik, und förderten das Bewusstsein von der eigenen militärischen Stärke und dem Wert des Soldatentums.

Diese Auffassung hatte auch Auswirkungen auf die Pädagogik der damaligen Zeit. Ziel der Erziehung war es, bei den Kindern „vaterländisches“ Bewusstsein zu erzeugen und die vielgerühmten deutschen Tugenden wie Ordnung, Fleiß, Pünktlichkeit, Ehr- und Pflichtgefühl sowie Vaterlandsliebe zu fördern. Das Militär wurde in vielen Kinderbüchern überaus positiv dargestellt und den Jungen zur spielerischen Nachahmung empfohlen. Nicht nur in Jugend-, sondern auch in Kinder-, ja sogar in Bilderbüchern wurden Kriegs- und Soldatenspiele in Wort und Bild thematisiert, wobei die Jungen oft in Uniform und mit entsprechendem militärischem Zubehör abgebildet wurden. Für den Text wurde häufig die Versform gewählt, da sie den Kindern leicht ins Ohr ging und zum Auswendiglernen dieser Lieder und Gedichte anregen sollte.
Der Erste Weltkrieg stellte logischerweise den Höhepunkt dieser Entwicklung dar: Noch nie zuvor waren so viele Kinderbücher über Krieg, Vaterlandsliebe und Soldatenleben erschienen wie in den Jahren zwischen 1914-1918.

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