Die über sechs Jahre durchgeführte Erschließung und Digitalisierung der mittelalterlichen Handschriften aus den Bibliotheken der Klöster Heilsbronn und Sankt Jobst konnte mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durch die Universitätsbibliothek wie geplant Ende März 2026 erfolgreich beendet werden. Bei diesen Beständen handelt es sich um die beiden einzigen nahezu vollständig erhaltenen Klosterbibliotheken der fränkischen Markgraftümer Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth. Das Projekt umfasste insgesamt 531 digitalisierbare mittelalterliche Handschriften der Klosterbibliothek Heilsbronn sowie 57 Bände des ehemaligen Franziskanerklosters Sankt Jobst bei Bayreuth.
Die Klosterbibliothek Heilsbronn verfügt über einen Gesamtbestand von 594 Handschriften. Dieser setzt sich aus 413 lateinischen Pergamenthandschriften, 168 lateinischen Papierhandschriften sowie 13 deutschen Handschriften zusammen, von denen fünf auf Pergament und acht auf Papier geschrieben sind. Neun dieser Bände entstanden erst nach 1500; sie wurden daher gemäß der Projektdefinition als nicht mittelalterlich eingestuft und nicht in das Projekt einbezogen. Ebenfalls erschlossen und digitalisiert wurden die 57 mittelalterlichen Handschriften des ehemaligen Franziskanerklosters Sankt Jobst, von denen drei auf Pergament und 54 auf Papier gefertigt sind.
Die formale Katalogisierung der Bestände erfolgte im Bayerischen Verbundkatalog. Inhaltlich decken die Manuskripte ein breites Spektrum ab: Enthalten sind patristische Literatur, philosophische Werke, Abhandlungen zur Scholastik sowie zahlreiche Sermones, darunter viele von Bernhard von Clairvaux. Weiterhin umfasst der Bestand Werke zur Homiletik, Manuskripte zum kanonischen und weltlichen Recht, antike Klassiker, Schriften zur Grammatik und Historie sowie Heiligenlegenden, Biografien und medizinisch-naturwissenschaftliche Traktate.
Die Digitalisate werden in unseren digitalen Sammlungen präsentiert:
Darüber hinaus sind sie unter anderem im Handschriftenportal weltweit recherchierbar.
