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Zu Gast in der HB: Ausstellung “Der Schatz auf einem Erlanger Dachboden”

Überraschung beim Aufräumen: Im Spätsommer 2017 taucht auf einem Erlanger Dachboden ein wahrer Schatz auf – mehr als 1.000 historische Briefe des Mediziners Johann Lukas Schönlein (1793 bis 1864). Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben die Schreiben untersucht und präsentieren ihre Erkenntnisse in einer Ausstellung mit herausragenden Fundstücken sowie in einem Symposium. Die Ausstellung „Der Schatz auf einem Erlanger Dachboden“ wird am Freitag, 30. November, um 17 Uhr in der Hauptbibliothek Erlangen, Schuhstr. 1 a, eröffnet – am 225. Geburtstag Johann Lukas Schönleins.
Der Bamberger Johann Lukas Schönlein hatte Professuren in Würzburg, Zürich und Berlin inne und gilt in der Medizingeschichte als die zentrale Figur des Übergangs einer von der Schelling‘schen Naturphilosophie inspirierten zu einer explizit auf naturwissenschaftlichen Verfahren und Erkenntnisweisen beruhenden Medizin. Zu den besonderen Problemen der Schönlein-Forschung gehört indes, dass Schönlein seine wesentlichen Arbeiten nicht publiziert hat – zu den zentralen Dokumenten seiner klinischen Methode gehören von seinen Hörern publizierte Vorlesungsmitschriften, deren Authentizität Schönlein vehement bestritt. Umso wichtiger ist die Korrespondenz des Mediziners. Der Nachlass des Begründers der „deutschen Klinik“ mit den an Schönlein gerichteten und von ihm empfangenen Schreiben aus dem Kollegen-, Patienten- und Familienkreis galt bislang als verschollen – und ist nun im Umfang von über 1.000 Schreiben unerwartet auf einem Erlanger Dachboden aufgetaucht.

Eine kleine Arbeitsgruppe am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin um Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel und Prof. Dr. Fritz Dross sowie an der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie um Prof. Dr. Bernhard Manger hat den Bestand gesichtet und ausgewertet. Ein öffentliches Symposium stellt einige Ergebnisse am Samstag, 1. Dezember, in der Alten Universitätsbibliothek, Erlangen, Eingang Schuhstr., von 10:00 bis 16:00 Uhr vor. Das vollständige Programm der Eröffnung und des Symposium finden Sie hier.

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